Kommentar Bandenwerbung

Kein Konkurrenzkampf um Standortattraktivität im Flaachtal!
Das Flaachtal ist ein attraktiver Wohn- und Arbeitsort. Dies soll auch in Zukunft so bleiben!
Für ein lebendiges Flaachtal braucht es junge Familien, die sich hier niederlassen wollen. Neuzuzüger orientieren sich an der bestehenden Infrastruktur eines Dorfes, wobei eine Schulanlage mit ihren Spielmöglichkeiten eines der wichtigsten Entscheidungskriterien für Familien darstellt. Warum also nach Volken ziehen, wenn man auch in Flaach wohnen kann, wo die Kinder zu Fuss zur Schule und wieder nach Hause gehen können, werden sich viele denken. Damit spaltet sich das Flaachtal in «Siegergemeinden» – mit eigener Schule im Ort – und «Verlierergemeinden», welche ihre Schule schliessen müssen. Dies sorgt nicht nur für schlechte Stimmung unter den Gemeinden, sondern birgt für die ohne Schule weniger attraktiven Gemeinden Berg a.I., Volken und Dorf auch die Gefahr der Überalterung der Wohnbevölkerung und behindert die Weiterentwicklung der Gemeinden.

Schulhäuser schliessen bei steigenden Schülerzahlen? Auf keinen Fall!
Seit der Schulfusion von 2015 ist die Anzahl SchülerInnen an der Volksschule im Flaachtal moderat gestiegen – von 440 im Jahr 2015 auf 454 im Jahr 2019 (https://pub.bista.zh.ch/de/ Stand 19.09.2020). Die Zahlen, welche die Schulpflege in der Informationsbroschüre zu den künftigen Schulstandorten präsentiert, gehen ebenfalls in diese Richtung. Für die nächsten fünf Jahre geht die Schulpflege von einem weiteren moderaten Anstieg der Schülerzahlen aus. Aus der Grafik in der Informationsbroschüre geht ebenfalls klar hervor, dass sich diese Zahlen in den verschiedenen Gemeinden sehr unterschiedlich entwickelt haben und weiterhin entwickeln werden. Die aktuelle Situation erlaubt es der Schulpflege, diese Schwankungen aufzufangen und an allen Standorten Unterricht in guter Qualität zu gewährleisten – in Zeiten, in denen andere Schulen im Kanton über massiven Schulraummangel klagen, ein Privileg, das wir im Flaachtal zu schätzen wissen sollten!

Vereine brauchen Turnhallen!
Die Infrastruktur der Schulen wird auch von Vereinen und Privatpersonen genutzt, um ein breites Sport- und Freizeitangebot bereitzustellen: ob MuKi- oder Senioren-Turnen, ob Ringen, Geräteturnen, Volleyball, Tanzen oder die «traditionellen» Turnvereine – für alle FlaachtalerInnen ist etwas dabei. Auch Bibliotheken und Musikvereine nutzen die Räumlichkeiten. Dies ist nur möglich, weil genügend Turnhallen und Aussensportanlagen sowie weitere Räumlichkeiten zu günstigen Konditionen zur Verfügung stehen. Von der Schliessung dreier Schulstandorte wären auch zwei Turnhallen betroffen. Werden diese Liegenschaften nicht mehr für schulische Zwecke genutzt, werden die politischen Gemeinden für deren Unterhalt aufkommen müssen. Es ist jedoch zu bezweifeln, dass es den Gemeinden finanziell möglich ist, diese Liegenschaften lediglich zu «Vereinszwecken» zu unterhalten und sie zu attraktiven Konditionen anzubieten. So werden durch die Schulschliessungen über kurz oder lang nicht nur Kinder und Schulen, sondern auch Vereine aus dem Dorfleben verbannt. Weiterhin stellt sich die Frage, ob die Kapazität der verbleibenden Turn- und Mehrzweckhallen diesen Mehrbedarf (der Vereine anderer Dörfer) abzufangen vermag. Ausserdem würde sich der gesamte Schulsport auf die verbleibenden Turnhallen konzentrieren, was zu einem dichteren Belegungsplan und damit unvermeidlich zu einem Wegfall von Freizeitangeboten führen wird. Ebenso offen sind die Auswirkungen der geplanten Umbauten. Sollten diesen Aussensportanlagen zum Opfer fallen, könnte dies das Aus für grössere Sportanlässe bedeuten.

Schulraum erhalten – Zukunft gestalten!
Die Zeiten ändern sich – und was die Zukunft bringt, kann niemand vorhersagen. Wer hätte noch vor einem Jahr gedacht, dass eine globale Pandemie die Welt den grössten Teil des Jahres 2020 in Atem halten wird – mit weitreichenden Konsequenzen für unseren Alltag? Gerade in der aktuellen Situation sind viele dezentrale Schulhäuser ein klarer Vorteil gegenüber einem grossen Schulhaus mit vielen Lernenden aus verschiedenen Gemeinden: kleinere Gruppen, weniger Durchmischung unter den Gemeinden und dadurch grössere Sicherheit ermöglichen schon fast wieder einen weitestgehend normalen Unterricht – von dem man andernorts noch weit entfernt ist. Mehrere Standorte machen es zudem möglich, flexibel zu organisieren und auf sich ändernde Bedingungen zu reagieren und damit als Schulgemeinde zukunfts- und wettbewerbsfähig zu bleiben.

Schliessung intakter Infrastruktur ist nicht nachhaltig!
Der Begriff der Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Auch die Schulpflege nennt in der Informationsbroschüre über die Zusammenlegung der Schulstandorte Nachhaltigkeit und Langfristigkeit als wichtigste Kriterien für ihre Entscheidungsfindung. Doch wie nachhaltig ist eine Lösung, welche bestehende, intakte Infrastruktur vernichtet, um sie andernorts unter hohen Mehrkosten auf Grünflächen wiederaufzubauen? Nicht zu vergessen sind auch die Zunahme der Schulbustransporte, welche bei einer Schliessung von Standorten zu erwarten sind. Sowohl in ökologischer wie auch in finanzieller Hinsicht kann man dieses Vorgehen kaum als «nachhaltig» bezeichnen. Die Infrastruktur der jetzigen Schulstandorte ermöglicht gute und zeitgemässen Unterricht. Eine nachhaltige Lösung setzt auf die Instandsetzung und Aufwertung der bestehenden Liegenschaften und berücksichtigt damit auch ökologische Aspekte.

Höhere Steuern, weniger Leistung – ohne uns!
Im Falle einer Schliessung von Schulhäusern fallen die Liegenschaften und damit die Verantwortung für deren Unterhalt zurück an die politischen Gemeinden. Um diesen Unterhalt gewährleisten zu können, wird in den Gemeinden Berg a.I., Volken und Dorf der Steuerfuss um mehrere Prozentpunkte steigen. Die EinwohnerInnen dieser Gemeinden werden also künftig mehr Steuern bezahlen müssen, verlieren aber gleichzeitig massiv an Standortattraktivität und werden dadurch gleich doppelt bestraft!

Wer denkt an unsere Kinder?
Die Ablösung von den Eltern und die ersten Schritte hin zu einem eigenständigen Leben sind wichtige Entwicklungsaufgaben im Primarschulalter. Faktoren wie zum Beispiel ein Schulweg, den die Kinder in Eigenverantwortung bewältigen können und die Möglichkeit, selbständig Freundschaften schliessen und pflegen zu können, unterstützen diese Entwicklung. Längere und umständlichere Schulwege erschweren dies beträchtlich. Daneben führen mehr und längere Schulbustransporte für die Kinder zu Wartezeiten, und zu kürzeren Mittagspausen. Nicht zuletzt sind Schulanlagen wichtige Begegnungsorte für Kinder vom Vorschul- bis ins Jugendalter. Die Schulpflege listet in der Informationsbroschüre das Wohl von Kindern und Eltern als viertes von insgesamt sieben Gewichtungskriterien auf. Sollte dieses Kriterium nicht vielmehr an erster Stelle stehen? Und wie und in welcher Form wurden die Kinder und Eltern überhaupt dazu befragt?