Vier von fünf Flaachtaler Gemeinderäte sind gegen die Pläne der Schulpflege!

Die Schaffhauser Nachrichten publizierten am 12. September einen Artikel (Link zum vollständigen Bericht) in welchem sowohl die IG, als auch die Schulpflege und die politischen Gemeindebehörden zu den geplanten neuen Schulstandorten im Flaachtal befragt wurden. Die Aussagen sowohl der IG als auch der Schulpflege weichen kaum von den bisherigen Argumentationen ab, jedoch zeigen die Aussagen der politischen Gemeindebehörden schwarz auf weiss: Vier von fünf Flaachtaler Gemeinderäte sind gegen die Pläne der Schulpflege!

Vertreter der Gemeinderäte von Dorf, Volken, Berg und Buch am Irchel äusserten dezidierte Kritik am Vorhaben der Schulpflege. Vom Buchemer Gemeindepräsidenten Hansruedi Mosch kamen sehr kritische Worte gegen die geplanten Schulschliessungen und vor allem gegen die fehlende Bereitschaft der Schulpflege zum Dialog. Die von der Schulpflege bestimmte Zwei-Standort-Strategie lehnt er ab und spricht sich mittelfristig für einen Standort aus. Er kritisiert vor allem, dass innerhalb kurzer Zeit sehr viel Wert vernichtet wird, obwohl dazu eine viel längere Übergangszeit nötig wäre. Er erklärte sich sogar bereit, an der Informationsveranstaltung moralische Untersützung anzubieten, damit die Schulpflege ihren Entscheid nochmals überdenkt.

Der Dorfemer Gemeindepräsident Patric Eisele äusserte vor allem Kritik an der Kommunikation der Schulpflege sowie am Projekt an sich, dass er als „halbbatzige Geschichte“ bezeichnete ohne Gesamtreflexion der Auswirkungen auf alle Beteiligten. Durch die Schliessung der Schule würde der Steuerfuss um neun bis zu zwölf Prozent steigen, da die Gemeinde die Schulliegenschaft unterhalten müsse. Dies hätte doppelte negative Wirkung bei der Anwerbung von Neuzuzügern bzw. Familien.

Für den Bergemer Gemeindepräsidenten Roland Fehr ist es unter anderem die Wertvernichtung, welche sich sehr negativ für die Gemeinde auswirkt. Durch die Schliessung der Schulhäuser in Berg und Gräslikon bzw. durch deren Umnutzung verlieren die Gebäude mehrere Millionen an Wert, welcher nicht wieder hergestellt werden kann.

Der Gemeindrat von Volken hält an seinen bereits früher geäusserten Bedenken an den neuen Schulstandorten fest. Die Schulwegsicherheit ist bei einem Besuch der Schule Dorf viel mehr gegeben als wenn die Volkemer Schüler in Flaach die Schule besuchen müssten.

Der Flaachemer Gemeindepräsident Walter Staub führt die Meinung ins Feld, dass eine Lösung gefunden werden müsse, welche langfristige Sicherheit garantiere. Er zeigte Verständnis dafür, dass die Schulpflege Schulschliessungen in Betracht ziehe, äusserte sich aber zur geplanten Zwei-Standort-Strategie nicht ausdrücklich positiv. Vor allem der Standort Dorf sei ein „schwieriger Fall“, da die Infrastruktur der Schulanlage modern und materiell sehr gut sei.

Fazit: Die IG „Lass die Schulen im Dorf“ ist der Ansicht, dass sowohl von der Mehrheit der Gemeindebehörden als auch aus der Bevölkerung eine starke Opposition gegen die Pläne der Schulpflege bestehen. Die Schulpflege sollte diese Verhältnisse akzeptieren und deswegen über die zukünftigen Schulstandorte erneut beraten.

(Quelle: Schaffhauser Nachrichten vom 12.9.20)